Warum jetzt der richtige Zeitpunkt ist anzufangen

Mit dem Abkommen von Paris sollte ein neuer Abschnitt in der weltweiten Umwelt- und Energiepolitik beginnen. Tatsächlich gibt es keinen interessanteren Zeitpunkt um über diese Themen zu berichten. Umweltressort soll in dieser Zeit des Wandels eine analytische, alternative Stimme werden.

von Jonas Achorner

„Don’t blow it, good planets are hard to find“, meinte einst das US-amerikanische Time Magazine. Die US-amerikanische Raumfahrtbehörde NASA ist eigentlich dafür bekannt, Alternativen zu diesem einen Planeten zu finden. Auf dem Mond weht schon die Stars and Stripes, der erste Mensch auf dem Mars soll in Zukunft folgen. Doch auch um Mutter Erde kümmert sich die Raumfahrtbehörde. Erst 2015 formte sie eine von den US-Medien als „Armageddon Office“ getaufte Abteilung, die den Luftraum nach für die Erde gefährlichen Objekten überwachen und eine Vernichtung dieser koordinieren soll.

Weit weniger spektakulär, ist da der Klimawandel. Kein abruptes Ereignis, kein Doomsday, sondern ein schleichender Prozess, der unser Klima erwärmt und ungebremst zu verheerenden Auswirkungen führen kann. Die NASA war auch eine der ersten bedeutungsvollen Institutionen, die auf den Klimawandel aufmerksam machte. Allen voran der ehemalige NASA-Forscher Dr. James E. Hansen, der bereits 1988 vor dem US-Senat behauptete, dass die globale Erwärmung mit „99-prozentiger Wahrscheinlichkeit“ vom Mensch verschuldet wurde.

Als auch auf politischer Ebene die Gefahren des Klimawandels großteils akzeptiert wurden, wollte die internationale Politik eine umfassende Antwort auf die globale Bedrohung finden. Die Vereinten Nationen beschlossen 1992 die Klimarahmenkonvention (UNFCCC). Erstmalig wurde in dieser der Klimawandel anerkannt, eine Überwachung der Treibhausgase etabliert, aber keine konkreten Ziele beschlossen. Dies änderte sich 1997 mit dem Kyoto-Protokoll. Das in der japanischen Stadt Kyoto beschlossene Abkommen wurde jedoch von den USA nie ratifiziert und sah für Entwicklungs- und Schwellenländer keine konkreten Klimaziele vor. Weitere Gipfel, wie jener in Kopenhagen 2009, scheiterten. Der vermeintliche Durchbruch erfolgte 2015 in Paris.

Alle 195 Länder der Konvention stimmten diesem Abkommen zu. Ziel: Die Erderwärmung auf bis zu eineinhalb Grad Celsius über dem Temperatur vor der industriellen Revolution zu begrenzen. Die Klimaziele der Staaten sollen alle fünf Jahre bei einem Treffen des Konvents nachgebessert werden. Die Abholzung der Wälder soll eingeschränkt und die Auswirkungen des Klimawandels durch einen Fond, den Green Climate Fond, finanziert werden. Was als signifikantes Abkommen gepriesen wurde, muss jetzt in die Tat umgesetzt werden. Die Ziele sind noch vage, sie müssen nun konkret werden.

In dieser Zeit der gepredigten Euphorie, muss der Journalismus nüchtern und analytisch die bedeutendsten Veränderungen unserer Zeit verfolgen. Immer mit einem Auge für das Wesentliche, das Realistische, aber auch das potenziell Revolutionäre.

Umweltressort möchte seinen Teil dazu beitragen, dass der Journalismus diese Aufgabe erfüllt.

Wir sind zwei Journalismus-Studenten. Mit Umweltressort wollen wir die Themen Umwelt und Energie behandeln, mit unseren Lesern Neues lernen und ihnen so Impulse geben. Mit unser Start, beginnen auch die ersten Nachwirkungen des Pariser Abkommens. Dabei gibt es viel zu sehen. Zu sehen, wie der Green Climate Fond mit 100 Milliarden Dollar gefüllt werden soll, wenn er sich schon bei einem Umfang von 10 Milliarden kaum durch die Industriestaaten finanzieren konnte. Zu sehen wie die Wälder der Erde zukünftig geschont werden sollen, wenn die Agrarindustrie boomt und Entwicklungsländer dringend das daraus gewonnene Geld benötigen. Zu verfolgen, ob ein einheitliches, transparentes System zur Überwachung der Klimaziele etabliert werden kann. Zu sehen, wie erneuerbare Energien die zukünftige Form der Energiegewinnung sein können, wenn 2013 laut der International Energy Agency die Primärenergiegewinnung durch sie bei 13,5 Prozent lag.

Dr. James Hansen bezeichnete das Pariser Abkommen als „Betrug“, als leere Wörter und Versprechungen. „Solange fossile Brennstoffe die günstigsten Brennstoffe sind, werden sie auch verbrannt“, meinte der Wissenschaftler im Guardian. Stimmt das? Der Preis für Öl ist auf dem tiefsten Stand seit über einem Jahrzehnt. Zwischen Hoffnung und Realismus, zwischen falschen Einschätzungen und richtigen Prognosen wollen wir unsere Leser manövrieren und versuchen diese komplexe Themen aufzubereiten.

Es gibt viel zu sehen und viel zu verfolgen. Auch über die Grenzen des Klimaabkommens hinaus möchte Umweltressort Themen wie Nachhaltigkeit, Umwelt und Energie behandeln. Schritt für Schritt wollen wir unsere Webseite ausbauen, uns in Themen vertiefen, neue erschließen.

Unsere Seite soll in Schwerpunkte aufgeteilt sein. Landwirtschaft, Müll und seine (Wieder-) Verwendung, Erneuerbare Energien, Fossile Brennstoffe, Rohstoffe und (Luft-) Verschmutzung sind unsere vorläufigen Themen. Ein breites Feld, das vieles abdeckt und doch einiges außen vorlässt.

Mit Umweltressort starten wir in dieses Abenteuer. Zur richtigen Zeit, am (noch) einzigen Ort, der uns zur Verfügung steht. Wir hoffen sehr, dass unsere Leserschaft diesen Weg mit uns beschreitet.

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