Michael Hammerl

Die Welt ohne jeglichen Fatalismus zu betrachten, ist Selbstbetrug.

Dort draußen existiert nichts, das die gigantischen Turbinen unserer Zivilisation entschleunigen könnte. Zumindest nichts Dauerhaftes. Und so streben wir als Tierart dem selbstverschuldeten Ende entgegen.

Eine NASA-Studie prophezeit der Menschheit den Untergang durch die eigene Hand. Das Ergebnis ist zweifellos, der Kollaps irreversibel. Die Forscher der US-Raumfahrtbehörde, rund um den Mhammerlprofileditathematiker Safa Motesharrei, haben fünf Risikofaktoren analysiert, die da wären…

Bevölkerungswachstum: Wenn die Weltbevölkerung wächst, steigt der Bedarf an allem, was die Umwelt belastet. 2100 sollen laut UN-Schätzungen 11,2 Milliarden Menschen auf der Erde leben. Das wären dann – hochgerechnet von der aktuellen Statistik – 2,6 Milliarden Facebook-Nutzer. Nichts korreliert ähnlich intensiv mit heißer Luft, wie das Zuckerberg-Imperium, womit wir bei Punkt 2 angelangt wären, dem…

Klimawandel: Die Erde hat sich in den letzten 135 Jahren um beinahe einen Grad Celsius erwärmt. Klingt wenig, reicht aber, um den Nordpol einzuschmelzen. Er war Wasser und wird Wasser werden – nur salziger. Womit Punkt 3 naheliegt, die…

Wasserversorgung: Die Evolution hat es nicht gut gemeint mit uns. Wasserreservoirs sind endlich. Trinken wir Salzwasser, trocknen wir aus. Dafür können wir Wasser in Wein verwandeln. Allerdings nicht auf die effektive Jesus-Methode, der Glück hatte, ein Mann zu sein – „Die Zauberinnen sollst du nicht am Leben lassen“ (2. Mose 22:18) – und dennoch am Kreuz landete, wie ein Vogelscheuche. Während Gott noch immer in aller Propagandisten Munde ist, hat die Scheuche ausgedient. Es gibt weitaus effektivere Methoden zur Schädlingsbekämpfung. Daraus ergibt sich Punkt 4, die…

Landwirtschaftsentwicklung: Die Schweine von Bauer Jürgen haben neuerdings vier Augen, aber keinen Mund. Die Pestizide, mit denen Jürgen seinen Mais vor entarteten Kräutern beschützt, haben damit nichts zu tun. Die EU-Kommission hat das bestätigt. Wenn wir schon bei Problemen sind, die wir gerne auf den Sankt-Nimmerleinstag verschieben, können wir auch gleich über Punkt 5 sprechen, den…

Energieverbrauch: „Nuclear power does not emit greenhouse gases“, sagte ein gewisser Barack Obama. Was der Friedensnobelpreisträger eigentlich meinte: Atomkraft ist sicher, sauber und es gibt keine Alternative. Die Endlgarungsfrage wird schon irgendein südkoreanisches Wunderkind lösen.

Unser Strom braucht Atom. Wirklich?

Das kräftigste Atomkraftwerk Deutschlands, „Isar 2“, hat ein Leistungsvermögen von 1410 Megawatt. Verglichen mit dem größten Solarpark in der Bundesrepublik, dem „Solarkomplex Senftenberg“ (246 MW), hat das Atomkraftwerk die 5,7fache Leistungsfähigkeit. Bayern eins, Brandenburg null. Denn selbst wenn die Sahara mit Anlagen, so groß wie der Solarkomplex „Senftenberg“ (zirka 1000 Hektar), vollgepflastert wird…

…Naja, das könnte doch reichen. Die Sahara ist zirka neun Millionen Quadratkilometer groß. 900.000 „Senftenberger“ Solaranlagen könnten auf die Sahara-Fläche verteilt insgesamt 221.400.000 Megawatt erzeugen. Dafür bräuchte man im Vergleich mehr als 150.000 Atomkraftwerke á la Isar 2. Das langt und…

…die Energiewende liegt sowieso im Sand. Solarzellen bestehen aus Silicium. Dieses wird aus Sand gewonnen. Sand gibt es in der Wüste. In der Wüste leben vereinzelt Nomaden, die ihre Smartphones selten aufladen können. So könnten in der Sahara lebende Nomadenvölker jederzeit mit vollem Akku und trockener Kehle auf zwei Höckern durch die Solarparks gleiten und einander whatsappen: „Wetter gut, Kamel traben, Schlange brennen.“ Ihre Widersacher, die Giftschlangen, werden auf den blauen Energiespiegeln geröstet.

Nach diesem hoffnungsvollen Ende, sei verheißen, dass einer dieser fünf Risikofaktoren die Menschheit dennoch in den Abgrund stürzen wird. Die NASA hat sich bisher kaum geirrt. Lediglich 2012, als sie den Mount Everest in Indien verortete. Aber Hand aufs Herz: Wer hat noch nie einen Chinesen mit einem Inder verwechselt? Und ja, natürlich sprechen wir hier von Bergen.

Die NASA hat also Recht. Es wird keine Zombie-Apokalypse geben, keine außerirdische Invasion, keine Supereiszeit. Das sind grausam schöne Werther-Szenarien, die das Problem mystifizieren. Es reicht eine supervirale Epidemie, um der Zivilisation den Stecker zu ziehen. Dann wird womöglich nicht der Mensch aussterben, aber die aktuelle Zivilisation ein unspektakuläres, effizientes Ende finden. So, wie jede Hochkultur.

Vor allem vor diesem Hintergrund, muss ich jedem Leser dieses Blogs zugestehen, dass er:

  • Plastiksackerl verwendet
  • Dosenbier trinkt
  • eine Viertelstunde duscht
  • Fleisch isst
  • die fünf Gehminuten zum Super-Greißler in einer halben Stunde fährt

Und vieles mehr…

In einem Satz: Ich bin keine moralische Instanz, kein Aktivist, kein militanter Tierschützer und schon gar kein „Öko-Nazi“, was immer das auch sein soll. Ich würde nur gerne verstehen, welche Zwänge den Menschen verfolgen, dass er seine eigene Lebensgrundlage zerstört. Leider wird es dazu nicht kommen. Deshalb möchte ich die Prozesse hinter der Zerstörung wenigstens nachvollziehen können. Sollte es beizeiten dazu kommen, werde ich mein erworbenes Wissen hier auf den Prüfstand stellen.

Richter ist der Leser, Henker ist jedermann.

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